Hintergrund, preload

Einst war die Burg von Capilla von den Mauren besetzt. Um sie zurückzuerobern, wie er auf das Allerheiligste Sakrament geschworen hatte, kam der General Cachafre auf eine wahnwitzige Idee: er ließ alle Schafsböcke der Gegend zusammentreiben und Fackeln an ihre Hörner binden. Sobald die Tiere präpariert waren, trieben sie Cachafre und seine Männer im Dunkeln auf die Burg zu. Verängstigt vom Feuer und dem Klang der Herde flüchteten die Araber aus der Burg.

Als die Templer diese erreichten, fanden sie dort nur noch drei Menschen vor: zwei Greise und einen kleinen Jungen namens Rafaelito.

Cachafre erfüllte seinen Schwur und gründete zur ewigen Erinnerung an das historische Ereignis eine religiöse Bruderschaft, die immer noch besteht.

Die Festlichkeiten zu Ehren der Rückeroberung der Burg beginnen jedes Jahr am Samstag Nachmittag vor Fronleichnam. Der Spielführer, in ein charakteristisches historisches Kostüm gewandet, holt alle Reiter vor ihren Häusern in Peñalsordo ab. Sie haben brennende Körbe an ihren Hausfassaden angebracht und begleiten den Zug mit Fackeln. Wenn alle Reiter zur Parade zusammen gefunden haben, verliest der Bullidor die „Mojigangas“, satirische und ironische Verszeilen, die die historischen Bewandtnisse aufgreifen. Der Beginn dieser Feierlichkeiten ist um Mitternacht und der Umzug geht die ganze Nacht.

Am Sonntag, dem Tag von Fronleichnam, besteigen die Reiter wieder ihre Pferde und reiten gemächlich auf die Burg zu. Ihre Kostüme sind außerordentlich farbenfroh und werden mit bestickten Seidenschals und Hüten kombiniert. Es werden Kastagnetten und andere Musikinstrumente gespielt, um Freude auszudrücken. Das nahegelegene Cacho Jesa ist das Ziel der Parade. Dort werden die Reiter wie ihre historischen Vorfahren von den beiden Greisen und dem kleinen Jungen Rafaelito empfangen. Das pittoreske Fest endet damit, dass zwei Bewohner des Nachbarorts, als Kälber verkleidet, die Reiter vertreiben.

© Edition Salzgeber 2012  I  IMPRESSUM