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PRESSESTIMMEN   

"SLEEPLESS KNIGHTS erzählt beiläufig, unaufdringlich, in bisweilen überirdisch schönen Bildern. Der rote Faden ist die Liebesgeschichte zwischen dem Rückkehrer Carlos und dem jungen Polizisten Juan. ‚Du siehst gar nicht aus wie von hier', sagt Juan, als sie sich kennenlernen. ‚Ich bin auch nicht von hier', behauptet Carlos, ‚ich lebe in Madrid.' Von hier oder nicht von hier, das ist die Entscheidung, die viele hier treffen müssen. Extremadura, Madrid, vielleicht sogar München? Die Ungewissheit erfüllt die Liebesgeschichte in einem scheinbar relaxten, ereignislosen Sommer mit besonderer Spannung. Nur die alten Männer, die in ihren seltsamen Ritterrüstungen durch die karge Landschaft schreiten, scheint nichts mehr anzufechten."
(Christoph Terhechte, Katalog Berlinale Forum 2012)

"Die Erzählung tritt in den Hintergund. Plansequenzen unterlaufen jede konventionelle narrative Logik. Was zählt, sind die Landschaften, die Gesichter, die Stimmen. Was zählt, ist die Materialität des Kinos. Was zählt, sind die Kontraste zwischen einer schwulen Beziehung und einem Kontext, der seine Mythen und Legenden durch die Repräsentation einer Heldentat ein ums andere Mal wiederholt. Ich habe gute Filme auf dem Festival von San Sebastian gesehen, aber keinen so gewagt und kühn wie dieser, so jung und energisch trotz seines ruhigen und stillen Charakters."
(Carlos Losilla, La Vanguardia)

"Der Film ist sorgfältigst kadriert, die Montage hält die klaren Bilder und fast kubistisch gesetzten Szenen durch viele Ellipsen im Schweben. Er ist einfach da, wie die grandiose Landschaft, die Wolken darüber und die alten Männer, die à la Don Quijote kostümiert durch die Sommerhitze stapfen."
(Silvia Hallensleben, Tagesspiegel)

"Die beiden Welten, die eine mythisch, aber in ihrer Anmutung prosaisch, die andere im Grunde realistisch, aber von zum Teil überwältigenden Naturlyrismen durchzogen, stehen in SLEEPLESS KNIGHTS nicht wie zwei unbehauene Blöcke nebeneinander, vielmehr sind sie ineinander (auch motivisch) verwoben."
(Nikolaus Perneczky, Sissy)

"Während die Geschichte der beiden Jungs sinnlich und körperlich erzählt wird, bringen die schlaflosen Ritter aus dem Titel ein verrücktes und komisches Moment in den Film ein. In ihrer Episode erinnert Einiges an Albert Serra, ist aber viel besser gefilmt und klug um eine alltägliche Dimension bereichert."
(Nuria Vidal in ihrem Blog)

"Großaufnahmen von Gesichtern, intime Szenen, die sich zur Hälfte in der Dunkelheit abspielen, der Atem, die Nase, die den Geruch des Geliebten erfasst, die Berührungen, das Streifen über die Haut... von etwas sehr Weichem, Kostbarem wird die Leinwand erfüllt, das gleichwohl nie zur Sprache kommt. Mit wenigen Dingen evoziert SLEEPLESS KNIGHTS eine Erotik der flüchtigen Momente, vermischt Politik und Intimität, das Alte und das Junge in einer seltsamen Geschichte, halb konkret und halb abstrakt. Exotisch!"
(Gaspard Granaud, Pop + Films)

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